Am 25. März gab OpenAI offiziell bekannt, den Betrieb seiner Videogenerierungsplattform Sora einzustellen. Dies betrifft die eigenständige Anwendung, die Entwickler-API und die Videogenerierungsfunktion in ChatGPT. Diese Entscheidung fiel nur sechs Monate nach dem vielbeachteten Start von Sora.

Laut offizieller Mitteilung werden die Sora-Nutzer-App, die Entwicklerschnittstelle und alle ChatGPT-Funktionen eingestellt. Das Team veröffentlichte einen Abschiedsbrief in den sozialen Medien, in dem es einen Plan zur Sicherung der Nutzerinhalte und einen konkreten Zeitplan für die Abschaltung ankündigte. Darin bedankte es sich bei den Nutzern für ihre kreative Unterstützung und räumte ein, dass die Entscheidung zur Abschaltung „enttäuschend“ sei, ohne jedoch die Gründe dafür zu nennen.

Branchenanalysten weisen darauf hin, dass mehrere Faktoren zur Abschaltung von Sora beigetragen haben. Zum einen sieht sich OpenAI einem starken Wettbewerb durch Konkurrenten wie Google Gemini-3 und Anthropic ausgesetzt und hat einen Notfallplan („Code Rot“) ausgerufen, um die Ressourcen auf die Verbesserung der Kernfunktionen von ChatGPT zu konzentrieren. Im Zuge einer internen Umstrukturierung wurde die Produktabteilung in „AGI-Implementierung“ umbenannt und nicht zum Kerngeschäft gehörende Projekte wurden eingestellt, um sich auf die Entwicklung des Nachfolgemodells GPT-5.2 zu fokussieren. Zum anderen schnitt Sora selbst schlecht ab: Die Nutzerbindungsrate nach 30 Tagen lag bei nur 1 %, und die tatsächliche Nutzungsrate der generierten Videos betrug lediglich 5–10 %. Probleme mit dem Rechenaufwand und dem Empfehlungsalgorithmus schwächten die Nachhaltigkeit der App zusätzlich. Obwohl Sora anfangs die Download-Charts im App Store anführte, brach die Nutzeraktivität nach der Verschärfung der IP-Beschränkungen ein.

OpenAI plant, seine Videogenerierungsfunktionen in eine Desktop-„Super-App“ zu integrieren und dabei Funktionen von ChatGPT und Codex zu vereinen, anstatt eine separate Produktlinie zu führen. Dieser strategische Kurswechsel könnte die Wettbewerbslandschaft im Bereich der KI-Videogenerierung grundlegend verändern.