Kürzlich gab Sony Honda Mobility Co., Ltd., ein Joint Venture der Sony Corporation und der Honda Motor Co., Ltd., offiziell bekannt, die Entwicklung und den Vertrieb von rein elektrischen Fahrzeugen einzustellen. Japanische Medien kommentierten: „Chinesische Unternehmen sind führend in puncto Leistung und Preis von Elektrofahrzeugen. Mit dem Entwicklungsstopp von Sony Honda wird sich der Abstand zwischen japanischen Unternehmen und der Konkurrenz im Bereich der Elektromobilität weiter vergrößern.“

Das gestoppte Projekt betrifft das Flaggschiffmodell AFEELA 1. Die Auslieferung dieses Modells in Nordamerika sollte ursprünglich 2026 mit einem Startpreis von 89.900 US-Dollar beginnen. Ein zweites Serienmodell war für die Zeit nach 2028 geplant. Mit der Beendigung des Projekts werden alle Vorbestellungen vollständig zurückerstattet. Sony Honda erklärte, die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens werde von Honda, der Sony Group und Sony Honda Mobility gemeinsam verhandelt. Die Sony Group räumte ein, dass diese Maßnahme Auswirkungen auf ihre Geschäftsentwicklung haben und einer detaillierten Bewertung unterzogen werden werde.
Der Hauptgrund für die Geschäftseinstellung liegt in Hondas umfassender Überarbeitung seiner Elektrifizierungsstrategie, die auch die Auftragsfertigung umfasste. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Nordamerika geriet Honda in eine passive Lage. Obwohl Honda sich zuvor das Ziel gesetzt hatte, bis 2040 alle Neufahrzeuge vollständig zu elektrifizieren und mit Brennstoffzellentechnologie auszustatten, und einen ambitionierten Investitionsplan von 10 Billionen Yen bis zum Geschäftsjahr 2030 angekündigt hatte (von denen bereits 3,5 Billionen Yen investiert wurden), sah sich Honda angesichts drastischer Marktveränderungen gezwungen, sein Geschäft umzustrukturieren und im Geschäftsjahr 2026 (Ende März 2027) einen Verlust von bis zu 2,5 Billionen Yen zu erwarten. Nachdem Honda bei der Sony Group angefragt hatte, ob die Geschäftstätigkeit fortgeführt werden könne, kam Sony zu dem Schluss, dass die Aufrechterhaltung des ursprünglichen Geschäftsmodells angesichts der strategischen Anpassungen Hondas schwierig geworden sei.
Sony-Honda wurde 2022 mit dem Ziel gegründet, Sonys Technologie für digitale Unterhaltung mit Hondas Fertigungskompetenz zu kombinieren und so einen mobilen Raum zu schaffen, in dem Nutzer Inhalte wie Animationen und Spiele genießen können. Mit dem Ende der Zusammenarbeit wurde diese Vision jedoch vorerst auf Eis gelegt. Auch andere japanische Automobilhersteller überdenken derzeit ihre Elektrifizierungsstrategien; so hat beispielsweise Subaru angekündigt, seinen Investitionsplan von 1,5 Billionen Yen bis 2030 neu zu bewerten und den Fokus auf die Entwicklung von Hybridfahrzeugen zu verlagern.

Während japanische Autohersteller mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, ist der Aufstieg chinesischer Unternehmen bemerkenswert. Berichten zufolge wird BYD im Jahr 2025 erstmals die Verkaufszahlen von Teslas Elektrofahrzeugen übertreffen und damit weltweit führend sein; auch Technologiekonzerne wie Xiaomi erzielen mit ihren Elektrofahrzeugen Gewinne. Darüber hinaus sind chinesische Unternehmen auch im Bereich des autonomen Fahrens führend, wobei Hersteller wie Huawei durch die tiefe Integration ihrer selbstentwickelten Betriebssysteme mit Fahrerassistenzfunktionen eine starke Wettbewerbsfähigkeit beweisen.